Lukmanierschlucht - krystallos

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Lukmanierschlucht

Touren > Strahlertouren
 

Finderglück in der Lukmanierschlucht

Frühjahr 2010

Der Winter
brachte dieses Jahr wieder reichlich Schnee und somit zog sich die weiße Pracht bis weit ins Frühjahr hinein. An einen Strahlertag war lange nicht zu denken. Doch nach einer längeren Phase warmer Temperaturen wich diese weiße Pracht immer mehr dahin. Der Wetterdienst meldete für den Freitag kaltes aber relativ trockenes Wetter und somit waren Johannes M. und ich gleicher Meinung den freien Tag schnellstens zum Kristallsuchen zu nutzen. Morgens checkten wir kurz noch das Regenradar im Internet und kurz darauf fuhren wir schon die Rheintalautobahn hinunter nach Chur. Die Fahrt hinauf nach Disentis verging schnell, das Auto wurde parkiert und die Rucksäcke umgehend geschultert. Eine gute Stunde später entdeckten wir in einer vielversprechenden Zone nähere Kluftanzeichen und arbeiteten voller Motivation." Robrert schau mal, was meinst Du dazu", fragte mich mein grinsender Strahlerkollege. " Jawohl, unbedingt weitermachen, es könnte jeden Moment etwas kommen", erwiderte ich zuversichtlich. Und schon nach wenigen Augenblicken öffnete Johannes seine erste Kluft. Ganz stolz und überfroh hielt er Spitze für Spitze in den Händen und legte sie sorgsam zur Seite. Aufmerksam erweiterten wir den Hohlraum, nahmen umliegende Gesteinschichten weg und öffneten abermals einen zweiten, schönen Hohlraum, der mit wunderbaren Bergkristallen bis 10 cm gefüllt war. Wir hatten nun eine mortz Gaudi und wahren überfroh heute hierher gekommen zu sein.

Mittlerweile
war es Mittag und nun wurde zunächst ausgiebig Brotzeit gemacht, bevor wir weiter arbeiteten. Nach einigem Hin und her wurde uns klar, hier ist zapfenstreich - da kommt heute nix mehr. Also stiegen wir die Rinne höher und höher. Leichter Sonnenschein versüßte uns die Nachmittagsstunden, ehe wir wieder etwas tiefer stiegen.

Der Körper,
allem voran die Beinmuskulatur, zeigte Ermüdungserscheinungen, aber eine Stelle wollte ich unbedingt noch kurz besuchen. Dort angekommen durchsuchten wir in aller Ruhe noch eine große Schutthalde nach Mineralien und wurden dabei auch mit netten Funden belohnt. Einige nicht all zu große Quarzkristalle, teils mit Klinochlor versehen entdeckten wir. Dann etwas später erfreuten wir uns einiger dunkler Rutile welche zwischen einigen netten Bergkristallen steckten, zwei Mal sogar als Ausführung kleiner Sagenitgitter. Wir lachten viel und die Stimmung war auf dem Höhepunkt als Johannes zu allem Glück des Tages noch einen knapp 12 cm lagen, fast unversehrten Bergkristall mitten im Schutt fand. Nur die Spitze war durch den Sturtz etwas in Mittleidenschaft gezogen worden, sonst war er rein und sogar noch mit einer 1 cm langen Rutilnadel versehen.

Heute war
das Glück allso ganz auf Johannes seiner Seite, egal wo er arbeitete, stets hielt er ein nettes Stück in den Händen. Starker Wind und dunkle Wolken mahnten uns zum baldigen Abstieg! Umsichtig stiegen wir tiefer und ein gutes Gefühl von inniger Zufriedenheit kam in mir auf. Nicht die geringste Spur von Neid machte sich breit, nein sogar im Gegenteil, ich freute mich riesig für Johannes, daß er seine ersten Klüfte selbst öffnete und heute die eindeutig besseren Funde absahnte.

Beim Auto
angekommen teilten wir die restlichen Funde auf, machten noch ein nettes Foto und tüftelten unser nächstes Ziel aus - nämlich ein nettes Cafe´. Genüßlich tranken wir Espresso und Cappuccino und plauderten über unsere nächsten Ziele, welche hoffentlich nicht in allzuweiter Ferne
liegen.

 
 
 
 

Verfasst von: Robert Linhart |  Januar 2011 | Foto: Robert Linhart

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü